Do it yourself: Schuhschrank im Eigenbau

Welche Schuhliebhaberin kennt das Problem nicht: Wohin nur mit meinen vielen Schuhen?

Der Platz in Garderoben- und Kleiderschränken ist schnell aufgebraucht, und der saisonale Austausch der Aufbewahrung von Sommer- und Winterschuhen zwischen Wohnung und Keller ist lästig und nervt vor allem in der Übergangszeit. Und wer nicht gerade über den Luxus eines begehbaren Kleider- bzw. Schuhschrankes verfügt, für den stellt sich schnell die Frage einer adäquaten Aufbewahrungsmöglichkeit in Form eines Schuhschranks. Die Suche nach einem passablen Exemplar gestaltet sich dabei alles andere als einfach. Die Schuhschränke von Ikea & Co. sind meist nur auf den ersten Blick schön und entpuppen sich bei genauerem Hinsehen nicht gerade als Platzwunder. Wer sich also nicht mit solch einem Klappen-Monstrum den Wohnungsflur oder gar das Schlafzimmer verschandeln möchte, für den bietet sich der Eigenbau eines Holzschrankes aus Aufbewahrungsort für die Lieblingsschuhe an.

Gut, wenn man dafür einen Mann im Haus hat. Aber auch Frau sollte sich nicht davor scheuen, Akkuschrauber/Bohrmaschine, Schraubendreher und Pinsel in die Hand zu nehmen, um einen praktischen und zugleich dekorativen Schuhschrank zu zimmern. Mit ein wenig Planungsaufwand wird der Zusammenbau für einigermaßen handwerklich begabte Hobbyhandwerker und -handwerkerinnen fast zum Kinderspiel.

Mit einem detaillierten Plan für Aussehen, Maße und Innenleben des Schrankes in der Hand gilt es, im Baumarkt das richtige Holz und benötigtes Zubehör zu besorgen. Sehr zu empfehlen ist das BAUHAUS: Hier gibt es nicht nur stets freundliche und kompetente Beratung (ohne dass man stundenlang erst nach einem Mitarbeiter suchen muss); das ausgewählte Holz kann man sich dort auch kostenlos auf die richtigen Maße zuschneiden lassen, so dass zu Hause kein Sägen mit Kreis- oder Stichsäge mehr erforderlich ist.

Für den hier präsentierten kleinen Schrank in Kommodengröße wurden zunächst Rahmenhölzer aus bereits gehobelter Fichte mittels Verbindungsblechen und Winkeln zu einer stabilen Rahmenkonstruktion verschraubt. Als Seitenwände wurden dann von innen dicke Sperrholzplatten aus Kiefer montiert. Sperrholzplatten sind weniger teuer als Massivholz und vor allem leichter, was bei der Montage von Vorteil ist. Trotzdem verfügen sie über eine natürlich aussehende Maserung, was auch in „naturbelassenem“ Zustand für eine schöne Optik sorgt.

Als Rückwand dient eine einfache dünne Sperrholzplatte aus Pappelholz, die von Hinten mit der Rahmenkonstruktion verschraubt wurde.

Bodenplatte, Einlegeböden und Dachplatte bestehen aus dickem Fichten-Leimholz und wurden mit Winkeleisen mit der Rahmenkonstruktion befestigt. Die Maße für die Dachplatte wurden so gewählt, dass diese jeweils einige Zentimeter über den Schrankkorpus hinausragt. Entsprechend muss man sie vor dem Anbringen der Befestigungsschrauben justieren.

Alle verwendeten Hölzer haben gegenüber Vollholz den Vorteil, dass sie aus getrocknetem Holz bestehen und mehrschichtig aufgebaut sind, so dass Rissbildung in erheblich geringerem Maße stattfindet als bei Vollholz.

Et voilà, (fast) fertig ist der Schrank!

Es fehlen natürlich noch die Türen. Diese bestehen ebenfalls aus Leimholzplatten aus Fichte mit schöner Maserung. Als Abschlussleiste wurde innenliegend auf eine Tür ein Streifen aus Pappelsperrholz befestigt. Die Türmontage ist wohl der kniffligste Teil am Schrankeigenbau. Ganz wichtig sind die Scharniere. Hier sollte man sich im Baumarkt beraten lassen: Mit Easy-on-Scharnieren lassen sich die Türen innen so montieren, dass sie mit der Rahmenfront des Schrankes abschließen, ohne dass man aufwendig Rundlöcher bohren müsste, wie man sie etwa von Küchenschränken oder Selbstaufbau-Möbelsätzen kennt. Spätestens bei der Türmontage zeigt sich dann auch, ob man bei der Planung und dem Zuschnitt der Hölzer richtig gemessen hat. Wenn ja, sollte alles ineinander passen – so wie auf dem nachfolgenden Bild.

Wie schon beschrieben haben die genannten Hölzer alle eine sehr schöne Maserung, was dem Schrank im unbehandelten Zustand eine ansprechende natürliche Optik gibt. Nach Belieben lassen sich die Hölzer zudem gut mit Buntlack lackieren – so wie hier in hochglänzendem Weiß. Zu empfehlen ist ein 2in1-Buntlack, bei dem eine Grundierung überflüssig ist. Mit einer Lackier-Schaumstoffrolle auf den Flächen und einem Pinsel an den feineren Stellen aufgetragen, ergibt sich nach ein bis zwei Schichten ein sehr schöner Look, bei dem die natürlichen Maserungen der Hölzer durchscheinen. Für eine stärkere Abdeckung jeweils nach dem Trocknen einfach weitere Lackschichten auftragen. Das rohe Holz nimmt den Lack sehr gut auf, so dass ein Aufrauhen mittels Schmirgelpapier o.ä. überflüssig ist.

Schöne Griffe für die Türen aus Porzellan gibt es beispielsweise bei ZARA Home oder Butlers.

Mit einem selbstgebauten Schuhschrank kann man so vorhandenen Platz optimal nutzen und einen schönen Akzent für die Wohnungseinrichtung setzten.

(Gastbeitrag)



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